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Harnstoffmangel - die Haut verliert Feuchtigkeit |
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| Harnstoff wird zugeführt - die Haut gewinnt an Feuchtigkeit |
Die Substanz Harnstoff (Urea) ist ein natürliches Endprodukt des Eiweißstoffwechsels. In der Haut sammelt sich Harnstoff besonders im Stratum corneum an. Er stammt z. T. aus dem Schweiß, teilweise direkt aus der Epidermis. In 100 g menschlicher Haut (Trockengewebe) sind im Normalfall ca. 1,42 g Harnstoff enthalten. Der natürliche Feuchthaltefaktor (Natural Moisturizing Factor) besteht zu rund 7 % aus Harnstoff. Daher ist gut verständlich, warum Harnstoff in vielen Kosmetika, die speziell zur Pflege trockener Haut entwickelt wurden, so gern und erfolgreich eingesetzt wird. Solche Kosmetika sind daher auch verwendbar bei trockener Haut, die durch Diabetes, Neurodermitis oder Schuppenflechte verändert ist. Bei diesen Hautbildern ist die Harnstoffkonzentration in den betroffenen Hautpartien bis zu 90% gegenüber gesunder Haut verringert.
Anwendungsgebiete Der Einsatz von Harnstoff empfiehlt sich aufgrund seiner vielfältigen positiven Effekte insbesondere auch zur Hautpflege bei Diabetikern sowie bei Menschen mit Neurodermitis, Schuppenflechte oder einer Neigung zu verstärkter Hornhautbildung.
Anwendungsdauer Harnstoff eignet sich bestens zur dauerhaften Hautpflege. Gelegentlich werden noch Aussagen laut, die von einer nur zeitlich begrenzten Anwendung sprechen. Diese müssen jedoch - aufgrund international gemachter Erfahrungen mit harnstoffhaltigen Zubereitungen zur Hautpflege - als überholt gelten.
Als wissenschaftlich gesichert gelten
... hydratisierende Effekte Harnstoff ist stark Wasser bindend (hygroskopisch), dringt nach dem Auftragen in die Hornzellen (Keratinozyten) der Epidermis ein und führt innerhalb der Zellen zur vermehrten Wassereinlagerung, so dass das Gewebe aufquillt und aufgelockert wird.
... keratoplastisch-keratolytische Effekte Die Hornsubstanz Keratin in den Zellen wird aufgespalten und die Bindung zwischen den Hornzellen aufgelockert, was zur Ablösung der Hornschichten von der Hautoberfläche führt.
... regenerative Hautschutzwirkung Harnstoff übt eine direkte Schutzwirkung gegenüber austrocknenden Einflüssen (Waschprozeduren ...) aus und verbessert bei regelmäßiger Anwendung die Regenerationsfähigkeit der epidermalen Barriere.
... antiproliferative Effekte Harnstoff kann die Regulation des Zellzyklus beeinflussen und so einen wachstumshemmenden Effekt ausüben. Daher sind harnstoffhaltige Kosmetika besonders geeignet für die Pflege der Haut, die zu übermäßiger Verhornung neigt.
... antimikrobielle Effekte Wegen der antibakteriellen Wirkung des Harnstoffs benötigen harnstoffhaltige Pflegemittel wenig oder keine Konservierungsstoffe.
... Juckreiz stillende Effekte Diese spezielle Eigenschaft des Harnstoffs, vor allem in cremeartigen Zubereitungsformen (Cremeschäumen ...), macht man sich bei juckender, trockener Haut zunutze.
... penetrationsfördernde Effekte Harnstoff erleichtert einerseits anderen Stoffen das schnellere Eindringen in die Haut (Vitamin-A-Säure ...), ohne dass andererseits die schützende Barrierefunktion der Epidermis gegenüber Schadstoffen und Infektionserregern negativ beeinträchtigt wird.
Quelle: Priv.-Doz. Dr. med. Reimar Rudolph, Facharzt für Dermatologie-Allergologie- Umweltmedizin, Ärztlicher Direktor der Nordseeklinik Norderney, 2002
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